habitat II
Aquatinta; Ätzradierung auf Bütten
15,5 cm x 21,5 cm






Anlässlich der Ausstellung ‚Die Zukunft ist das neue Ding‘ baten wir, Nora Mona Bach und Sebastian Gerstengarbe, 
die teilnehmenden Künstler*innen um Partizipation an den Inhalten dieser Internetseite, anstelle eines gedruckten Kataloges:
Um die drögen Vitabeiträge und Ausstellungslisten, die wir alle auf unseren Seiten haben nicht nochmal herzuzeigen, 
haben wir uns einen Fragebogen überlegt, den jede*r so ernst oder verspielt und so vollständig, wie sie*er wollte, ausgefüllt hat.


Was ist das neue Ding?
Das alles bereits da war, bevor wir dachten, dass es da ist.

Adresse deiner Website?
www.mariannethurm.com

Was machst Du?
Meine Denkstrukturen und innere Welten auf Papier bringen.

Woher kommt das?
Mal kündigt es sich spontan aus dem Nichts an. Ein anderes Mal wächst es stetig in mir, bis es zur Geburt eines Ausdrucks kommt.

Wie lange brauchst du dafür?
So lange bis es in seiner Form dem entspricht, was ich erhoffe an Informationen/Gefühlen/grafischen Spiel weiter an den Nächsten transportieren zu können.

Wen willst du beeindrucken?
Das innere Denkmuster des Betrachters.

Wer beeindruckt dich?
Das Leben.

Kannst du von deiner Kunst leben?
Nicht nur von der Kunst, sondern noch von so viel mehr.

Welche Art Kunst wäre dir peinlich?
Kunst muss Zensurfrei sein. (Auch wenn dass mir natürlich bei intoleranten, rechten und menschenfeindlichen Werken peinlich ist.) 

Sammelst du Kunst?
Ja, natürlich. Wer nicht?

Was sammelst Du sonst?
Verbindungen.

Wie sieht es in Deinem Atelier aus?
Unberechenbar. Je nach Schaffensprozess und meiner Stimmungslage. Mal brauche ich es groß, dreckig und laut. Während anderen Phasen, ruhig und geordnet. 

Was siehst Du vom Atelier aus?
Die Jahreszeit in einer Stadt, den Himmel und die Hoffnung.

Atelier frühmorgens, tagsüber oder nachts?
Ich bin ein Lichtwesen.

Beeindruckender Moment im Atelier?
Genussvolle Einsamkeit mit meiner Seele.

Schlimmster Moment im Atelier?
Showzeichnen

Was, wenn nicht Künstler*in?
Ich bin nicht Künstlerin. Ich bin nicht Mutter. Ich bin nicht Marianne Thurm. Ich bin! 

Wer ist Thomas Rug?
Ein Mensch, der auf seinem persönlichen Weg geht. Unsere Wege kreuzen sich hier und da, immer mal. Unsere Begegnungen hatten immer etwas wissendes, selbstverständliches und tragendes.

DAS Bildungserlebnis während des Studiums?
Die Vielzahl an Techniken, Ausdrücken, Denkenstrukturen, Handlungen und Formen sind nicht alle erfahrbar, sind es doch zu viele.

Vorbild früher / heute / immer?
Menschen und ihr Erfinderreichtum, ihre Handlungsweisen, die Natur / die Existenz / die Transzendenz

Entmutigendes Erlebnis während des Studiums?
Ich hatte die Illusion, dass ich jedem Menschen (7 Milliarden) auf Erden einen Punkt auf Papier schenken könnte. Der zeitliche Aufwand wäre enorm, wenn ich gerechnet pro gesetzten Punkt 1 Sekunde bräuchte, dann könnte ich an einem Arbeitstag von acht Stunden, 28800 Sekunden=Punkte=Menschen setzten. Für die 7 Milliarden Menschen benötige ich bei einer 5-Tagewoche (8 Stunden am Stück Punkt an Punkt setzen) eine Zeit von 935 Jahre ohne Urlaub.

Welche Kunstform, wenn nicht deine?
Malen nach Zahlen

Eine Legende von unter dem Kirschbaum?
… da saß man/ich/wir während vielen ausgedehnten Mahlzeiten, Ameisen-zählenden-Wartenzeiten und geselligen Bierzeiten.

Vorzüglicher Moment in den Werkstätten?
In der Radierwerkstatt hatte ich wunderbare Momente des Erfolges und des Scheiterns.

Politik und Kunst?
Ja

Religion und Kunst?
Ja

Rausch und Kunst?
Ja

Provinz oder Metropole?
Ja

Analog oder digital?
Ja

Witz?
In der Grafik gibt es viele Witze. Sie haben meisten mit „Druck“ zu tun.

Spiel?
Siedler!!! Grüße an die Grafik. Ein gern gespieltes mit Emotionen geladenes Gesellschaftsspiel im Kornhaus.

Kleidungsstück?
Druckschürzenstil

Wort?
Unterlegscheibe

Beste Ausstellung in letzter Zeit?
Jede Ausstellung schenkt mir einen Moment der Dankbarkeit.

Sehnsuchtslandschaft?
Siehe meine Kohlezeichnungen …

Was kann die Zeichnung nicht?
Umarmen, oder? (einen Versuch wäre es wert … )

Was kann sie? 
Mir täglich die Stirn bieten.