GLASHAUS (Bei der Dachsfrau) (2016)
Holzschnitt
135 cm x 84 cm






Anlässlich der Ausstellung ‚Die Zukunft ist das neue Ding‘ baten wir, Nora Mona Bach und Sebastian Gerstengarbe,
die teilnehmenden Künstler*innen um Partizipation an den Inhalten dieser Internetseite, anstelle eines gedruckten Kataloges:
Um die drögen Vitabeiträge und Ausstellungslisten, die wir alle auf unseren Seiten haben nicht nochmal herzuzeigen,
haben wir uns einen Fragebogen überlegt, den jede*r so ernst oder verspielt und so vollständig, wie sie*er wollte, ausgefüllt hat.


Was ist das neue Ding?
Verstehe ich nicht. Vermutlich benutze ich noch das alte.

Adresse deiner Website?
www.francabartholomaei.de

Was machst Du?
Träumen.

Woher kommt das?
Aus mir.

Wie lange brauchst du dafür?
Das ganze Leben.

Wen willst du beeindrucken?
Nur mich selbst.

Wer beeindruckt dich?
Thomas Rug.

Kannst du von deiner Kunst leben?
Momentan ja.

Welche Art Kunst wäre dir peinlich?
Meine eigene im falschen Kontext.

Sammelst du Kunst?
Leider nur gelegentlich.

Was sammelst Du sonst?
Steine. Und meine Träume. Ich führe seit vielen Jahren Traumtagebuch.

Wie sieht es in Deinem Atelier aus?
Ordentlich.

Was siehst Du vom Atelier aus?
Einen kleinen Park mit pinkelnden Hunden. Manchmal auch pinkelnde Männer.

Atelier frühmorgens, tagsüber oder nachts?
Egal. Aber es müssen mehrere Stunden, besser Tage am Stück sein.

Beeindruckender Moment im Atelier?
Das Aufscheinen einer Idee, das Gelingen und die richtige Musik  dazu.

Schlimmster Moment im Atelier?
Wenn ich an mir, an meiner Arbeit, an der Kunst und am Leben überhaupt zweifle. 

Was, wenn nicht Künstlerin?
Irgendwas mit Tieren.

Wer ist Thomas Rug?
Einer der ganz großen zeitgenössischen Künstler und ein wunderbarer Mensch.

DAS Bildungserlebnis während des Studiums?
Nichts Konkretes. Die stillen Momente. Einfach nur Schauen.

Vorbild früher / heute / immer?
Ich hatte nie Vorbilder.

Entmutigendes Erlebnis während des Studiums?
Fotografie-Unterricht.

Welche Kunstform, wenn nicht deine?
Literatur.

Eine Legende von unter dem Kirschbaum?
Leider kenne ich keine. Deswegen streue ich lieber welche: Der Kirschbaum ist schwanger. Wer es nicht glaubt, kann sich gern die dicke Beule am Stamm anschauen. Als Vater kommt nur jemand in Frage, der Kirschholz für seine Holzstiche benötigt.

Vorzüglicher Moment in den Werkstätten?
Wenn es gelingt. Und wenn ich anderen helfen kann.

Politik und Kunst?
Kann funktionieren, muss aber nicht. Wird schnell peinlich, weil plakativ.

Religion und Kunst?
Untrennbar, weil die gleiche Wurzel: Offenbarung.

Rausch und Kunst?
Kunst IST Rausch – mit allem Drum und Dran, also Sucht und Kater und der Gefahr sozialer Verwahrlosung.

Provinz oder Metropole?
Halle.

Analog oder digital? 
Ersteres. Ganz klar.

Gegenstand? 
Schwierig. Ein Gegenstand kommt selten allein.

Witz? 
Traue ich mir hier nicht zu erzählen.

Theaterstück? 
„Geschlossene Gesellschaft“ von Jean Paul Sartre

Getränk? 
Kaffee. Schwarz, aber nicht zu stark. Und nicht zu heiß.

Roman? 
Philip K. Dick „Die Valis-Trilogie“ und „Naokos Lächeln“ von Haruki Murakami

Jahreszeit? 
Eigentlich mag ich alle Jahreszeiten, außer Weihnachten und den Jahreswechsel. Zu viele Feiern hintereinander.

Film? 
„Der Sinn des Lebens“ von Monty Python

Mahlzeit? 
Tote Oma vegan

Buch? 
der Henry Darger-Bildband von Klaus Biesenbach, Prestel-Verlag

Lied? 
„The Autistic Imperium Of Nihil Reich“ von Current 93

Website? 
Henry Boxer Gallery (Galerie für Outsider Art) 

Musik? –
Current 93 und dann lange, lange nichts. Coil, Nick Cave, Sol Invictus…

Serie? ­
Die Schablitho-Serie „Amor und Psyche“ von Thomas Rug.

Spiel? 
Verstecken.

Entertainer? 
Kenne keinen.

Podcast? 
Weiß nicht, was das ist.

Kleidungsstück?
Hauptsache schwarz.

Wort?
Miau.

Beste Ausstellung in letzter Zeit?
„Das Wunder in der SchuheinlegeSohle – Werke aus der Sammlung Prinzhorn“, Sammlung Scharf-Gerstenberg, Berlin, 2015

Sehnsuchtslandschaft?
Eine weite Ebene, Steppe. Hohes Gras wiegt sich im Wind. Hier und da die Reste einer verlassenen Siedlung, Baracken ohne Dach, in den Fensterlöchern die schwarzen Sterne geborstener Scheiben. Treppen, die nirgendwohin führen. Zwischen den Mauern ein Netz von Gräben, dessen Funktionen keiner mehr kennt. In einigen fließt Wasser. Ein bleicher Hund beugt sich vornüber, um daraus zu trinken. Am Tag wird es niemals hell hier und nachts niemals dunkel, immer dieses fahle Zwielicht. Irgendwo das demolierte Standbild eines Reiters. Den Schweif hat die Zeit abgeschlagen, in der Mähne nisten Spatzen. Jemand hat in seinem Windschatten einen kleinen Garten angelegt, notdürftig eingezäunt mit Ästen und Brettern. 

Was kann die Zeichnung nicht?
Weiß ich nicht. Ich mache Holz- und Papierschnitt.

Was kann sie?
Weiß ich auch nicht. Siehe oben.