Zweig (2018)
Kupferstich
32 cm x 24 cm






Anlässlich der Ausstellung ‚Die Zukunft ist das neue Ding‘ baten wir, Nora Mona Bach und Sebastian Gerstengarbe, 
die teilnehmenden Künstler*innen um Partizipation an den Inhalten dieser Internetseite, anstelle eines gedruckten Kataloges:
Um die drögen Vitabeiträge und Ausstellungslisten, die wir alle auf unseren Seiten haben nicht nochmal herzuzeigen, 
haben wir uns einen Fragebogen überlegt, den jede*r so ernst oder verspielt und so vollständig, wie sie*er wollte, ausgefüllt hat.


Was ist das neue Ding?
absurde Frage, abgenutzte Phrase, altes Ding

Adresse deiner Website?
gibt es nicht, nur Galeriewebseiten

Was machst Du?
im Alltag: Familie, künstlerische Lehre, Atelier, Garten
in der Kunst: Zeichnen und Kupferstich

Woher kommt das?
aus meinem freundlichen Auge heraus: vom Gegenstand durch das Innere Dunkle hindurch auf die kleinformatige leuchtende Welt-Oberfläche Papier

Wie lange brauchst du dafür?
lange, Monate

Wen willst du beeindrucken?
mich selbst

Wer beeindruckt dich?
die meisten Menschen die mir begegnen, direkt gegenüber sind 

Kannst du von deiner Kunst leben?
konnte ich einige Jahre, jetzt bin ich Beamter

Welche Art Kunst wäre dir peinlich?
keine

Sammelst du Kunst?
nein

Was sammelst Du sonst?
nichts

Wie sieht es in Deinem Atelier aus?
sehr ordentlich

Was siehst Du vom Atelier aus?
die Transparentpapierfläche auf der Fensterscheibe

Atelier frühmorgens, tagsüber oder nachts?
8 bis 16 Uhr

Beeindruckender Moment im Atelier?
der Einzug ins neue Atelier

Schlimmster Moment im Atelier?
es gibt im Atelier kaum derartige Amplituden, ich versuche zu arbeiten und mich nicht aufzuregen

Was, wenn nicht Künstler?
Bademeister im Einsiedel, Zella-Mehlis

Wer ist Thomas Rug?
ein sehr guter Zeichner, mein ehemaliger Lehrer und mir wichtiger Freund

DAS Bildungserlebnis während des Studiums?
es gab keine Bildungserlebnisse als Auslöser für Erkenntnis aber es gab eine Heimat und viel Verständnis für das Zeichnen als Welt

Vorbild früher / heute / immer?
Jemand der mich immer begleitet ist Lucas van Leyden, Altdorfer und wohl auch Dürer. Ich schaue mir gern situative Zeichnungen an, die so dicht und liebevoll gearbeitet sind, dass sie aus einer verführerischen fremden Welt zu kommen scheinen. Das finde ich bei Brueghel, Seghers, Otto Meyer Amden, Rodolphe Bresdin und einigen anderen, aber auch Studien nach der Natur von Georg Flegel inspirieren mich

Entmutigendes Erlebnis während des Studiums?
Vielleicht die Erkenntnis, dass nach dem Studium die wirklich eigenen Entscheidungen kommen müssen.

Welche Kunstform, wenn nicht deine?
Plastik

Eine Legende von unter dem Kirschbaum?
Keine; alle Begegnungen, Gespräche, Sommerpausen, die lieblichen und die gefährlichen Getränke Extasen und Abstürze sind als honigfarbenes Harz, zu einem schrundig-glänzenden Albert Ebert-Visconti Bild geronnen.

Vorzüglicher Moment in den Werkstätten?
alleine die Werkstatt vorbereiten, kehren 

Politik und Kunst?
es gibt keine künstlerische Politik 

Religion und Kunst?
Ist heute in der Malerei und Zeichnung nicht mehr so ein großes Thema aber vielleicht später wieder?

Rausch und Kunst?
Schließt sich gegenseitig aus.

Provinz oder Metropole?
egal

Analog oder digital?
Iphone habe ich wieder weg gegeben, ich ertrage aber die alltägliche Nutzung der üblichen Kanäle 

Gegenstand?
meine Uhr 

Witz? 
nein

Theaterstück?
nein 

Getränk? 
Kaffee

Roman?
„Der Herr Kortüm“, Kurt Kluge 

Jahreszeit?
Winter   

Film?
unaufgeregte Natur –Dokumentationen, alle Filme von Michael Cimino

Mahlzeit?
Leberwurstbrot 

Buch?
„Bäume und Sträucher des Waldes“, Ammann Verlag 

Lied?
„selling england by the pound“, Genesis 

Musik?
Bach, Josquin Desprez, Schütz, the sleep, jeffrey lewis 

Serie?
Inspector Barnaby , Adolar

Spiel?
kein Spiel

Entertainer*in?
keinen Entertainer 

Podcast? 
kein Podcast

Kleidungsstück?
blauer Arbeitsanzug Dreiteiler 

Wort?
Nein

Beste Ausstellung in letzter Zeit?
„Pieter Brueghel“ im Kunsthistorischen Museum in Wien

Sehnsuchtslandschaft?
Thüringer Wald, zwischen Allzunah, Schmiedefeld und Frauenwald

Was kann die Zeichnung nicht?
-Die Zeichnung kann nicht groß sein,
-Die Zeichnung kann keine Malerei sein,
-Die Zeichnung kann für nichts anderes herhalten als sie ist,  
gestrichelte, schüttere Wunschvorstellung


Was kann sie?
Die Zeichnung kann so schön bescheiden daherkommen, sie darf  
illustrieren, interpretieren, sie kann einfach etwas darstellen und  
sich ruhig als Fehler zelebrieren, das Durchsichtige, Vielleicht-tige  
ist eine tröstliche Alternative zur markigen Präsenz des ganzen uns  umgebenden Anderen.