Picknick (Zustand) (2019)
Bleistift auf Papier
70 cm x 50 cm






Anlässlich der Ausstellung ‚Die Zukunft ist das neue Ding‘ baten wir, Nora Mona Bach und Sebastian Gerstengarbe, 
die teilnehmenden Künstler*innen um Partizipation an den Inhalten dieser Internetseite, anstelle eines gedruckten Kataloges:
Um die drögen Vitabeiträge und Ausstellungslisten, die wir alle auf unseren Seiten haben nicht nochmal herzuzeigen, 
haben wir uns einen Fragebogen überlegt, den jede*r so ernst oder verspielt und so vollständig, wie sie*er wollte, ausgefüllt hat.


Was ist das neue Ding?
 „Picknick II“ , „Die Zauberflöte“, „Schaukel“

Was machst Du?       
Handzeichnung auf verschiedenen Oberflächen, Lithografie, gelegentliche Experimente mit Fundstücken.

Woher kommt das?   
Grübeln, Träumen, Zuhören, Beobachten, Wüten.

Wie lange brauchst du dafür? 
zu lange

Wen willst du beeindrucken? 
alle

Wer beeindruckt dich?   
Menschen die trotz aller gesammelten Erfahrung bereit sind zu staunen.
Menschen die sich für eine Sache begeistern und sich dieser um ihrer selbst willen widmen, nicht aus Prestigegründen oder ähnlichem, und dabei im Prozess aufgehen können.
Menschen die einen natürlichen, gelassenen Umgang mit Grenzen beherrschen.
Menschen die das Beste aus ihrem Schicksal  machen, an Schwierigkeiten wachsen und dabei Hilfe annahemen können ohne die Selbstverantwortung abzugeben.


Welche Art Kunst wäre dir peinlich?

(Das bezieht sich aber nicht auf Werke von Künstlern wie Anna John oder Timea Pall, die haben damit nichts zu tun.)

Was sammelst Du ? 
Zu viel, alles was mir so begegnet, irgendwann werden diese Dinge wieder auf die Reise geschickt werden müssen.

Wie sieht es in Deinem Atelier aus? 
Oft etwas unübersichtlich.

Was siehst Du vom Atelier aus?

Atelier frühmorgens, tagsüber oder nachts? 
Das variiert, ich bin immer auf der Suche nach einem optimalen Rythmus.

Beeindruckender Moment im Atelier?

Was, wenn nicht Künstler?

Wer ist Thomas Rug?  
Einer der besten Mentoren die man sich wünschen kann, sowohl fachlich/künstlerisch als auch menschlich ein Vorbild.

DAS Bildungserlebnis während des Studiums? 
Das Erlernen der Lithografie, auch die Arbeit mit Bleisatz und das Entdecken des Steins als Zeichengrund und die  Teilnahme an einer Ausstellung in St. Petersburg.

Vorbild?  
Auf charakterlicher Ebene aber auch auf künstlerischer begegne ich oft Leuten in meinem Umfeld an denen ich mir versuche ein Beispiel zu nehmen. Ich bewundere u.a. Franca Bartholomäi, Nora Mona Bach und Stephan Rosentreter.

Entmutigendes Erlebnis während des Studiums?
Ich glaube, da gab es immer mal viele Kleinigkeiten bzw. Hürden, das eigentlich Entmutigende ist, wenn diese sich  länger aneinanderreihen und zu einem Punkt führen, an dem die eigene Hilflosigkeit spürbar wird oder wenn sehr ernsthafte Bemühungen immer ins Leere laufen.
Meine Angst vor der Stagnation bzw. der eigenen Bequemlichkeit kann auch erst mal entmutigen bzw. lähmen, aber Angst ist ja auch antreibend …


Welche Kunstform, wenn nicht deine? 
Irgendwie fühle ich mich am Theater wohl, kann aber nicht Schauspielern, vielleicht  also Regieseur oder Autor.
Was ich gerne könnte, wäre meine eigenen Animationsfilme machen.

Vorzüglicher Moment in den Werkstätten?

Politik und Kunst? 
Künstler sollten beobachten, spiegeln, auch Stellung beziehen, sich aber nicht instrumentalisieren lassen.

Religion und Kunst? 
Ohne Religion hätte sich die Kunst nicht so schnell entwickelt. Das fängt schon bei prähistorischen Kultgegenständen an wenn man Jagd- und Fruchbarkeitskulte als Religion versteht. Egal ob es sich um Naturreligionen oder monotheistische Glaubensrichtungen handelt, sie alle beschäftigen sich mit der Frage nach unserem Ursprung, dem Sinn des Daseins und was uns darüber hinaus erwartet.  Man kann sie als Überlieferungen verstehen, die unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt dazu geführt haben, dass wunderbare, und seltsame Gegenstände, Bauwerke, Musik und Bilder entstanden sind, und entstehen, die oft das Morbide mit dem Schönen auf unvergleichbare Weise zu vereinen wissen. 
Für mich sind diese Artefakte, sei es ein Götzenbild oder ein Kruzifix, zunächst alle gleichwertig. Sie mögen Ausdruck menschlicher Hingabe sein, die sich jedoch im Willen selbst etwas zu erschaffen und zu gestalten manifestiert. Sie verdienen also Respekt wie jedes Kunstwerk aber eben nicht, dass man sich vor ihnen auf die Knie wirft. Interessant finde ich das Bilderverbot. Die Behauptung es gibt Dinge, die über unsere Vorstellung hinaus gehen und damit nicht darstellbar sind. Das ist doch eher eine Herrausforderung als ein Verbot. Überhaupt hat es keine religiös motivierten Einschränkungen für die Kunst zu geben. Vor allem, wenn sie in weltliche Darstellungen eingreifen will. Wer sich als heilig versteht bzw. seinen Glauben als wahrhaftig und überlegen, sollte auch über noch so geschmacklose Karrikaturen hinwegsehen oder besser noch die Kritik dahinter verstehen. Diese bezieht sich selten auf die Glaubenden, meist aber auf überholte, schädliche Rituale und Gesetze. 


Rausch und Kunst? 
Ich glaube, Hemmingway hat mal gesagt, man solle betrunken schreiben und nüchtern veröffentlichen. Rauschzustände können schon mal zu besonderen Ideen führen, aber die müssen schon da sein. Das kommt also auf den Geist und seine Fülle an mit der man gerade arbeiten muss. Seltsame Träume oder zufällige Brüche in der Wahrnehmung eignen sich genauso gut als Pfad zur Quelle. Für mich persönlich steht das systematische Berauschen, vor allem aber die Abhängigkeit der Produktivität eher im Weg. Psychonautischen Ausflüge sind spannend, werden aber gern mal als spiritueller Erkenntnisgewinn überhöht. Das wirkt auf mich manchmal unangenehm elitär. Der Rausch in den man gerät wenn man z.B. immer weiter zeichnet und so lange wie möglich dafür wachbleibt, ist eine Grenzerfahrung, die ich hin und wieder suche.
Was ich allgemein an Rauschzuständen mag, ist die Euphorie, das Aufgehen im Moment,  während Zukunft und Vergangenheit beherrschbar nebenherlaufen und die Chance eine „innere Landschaft“ zu erkunden. Was ich an ihnen hasse ist der Kontrollverlust, die Leere, die manchmal aufkommt, wenn sie vorbei sind, der Umstand dass sie überhaupt vorbei gehen müssen.


Provinz oder Metropole? 
Leider muss man sich überall hin mitnehmen.

Analog oder digital? 
Bisher analog.

Gegenstand? 
Schatullen aller Art.

Gegenstände, die mehrere Funktionen auf praktische und ästhetische Weise in sich vereinen oder auf kreative weise umfunktioniert  bzw. optimiert wurden.

Witz? 
Am liebsten einer, der sich zunächst nicht als Witz versteht, ich kann leider keine gut erzählen …

Theaterstück? 
u.a. Emmas Glück, Nachtgestalten

Getränk? 
Earl Grey. Cola light. Heiße Schokolade.

Roman?   
Aus der Kindheit „Moby Dick“ von Mellville, heute mag ich u.a. Romane von Stevenson, King, Irving, Ellis, Houellebecq, Boyle, Steinhöfel, Köhlmeier, Franzen, Süßkind, Ketchum, Duve, Juli Zeh, es fällt schwer, mich für einen Roman oder Autor zu entscheiden.

Jahreszeit?  
Eher Frühling und Herbst.

Film? 
Bad Boy Bubby, The Secretary, Das geheime Leben der Worte, Shark vs eagle, Manivald

Mahlzeit?
Meine finale Mahlzeit.

Buch?  
Einige, spontan fallen mir wieder  Bücher aus meiner Kindheit ein:
„Szenen aus dem Leben der Drachen“,
„Das Gespenst von Canterville „und andere Märchen von Oscar Wilde,
„Der Horla“ und andere Erzählungen von Maupassant 
„Die kleine Meerjungfrau“  weil es mich als Kind sehr inspiriert hat genau wie  „Das Große Märchenbuch“ gesammelt von Christian Strich mit den Illustrationen von Tatjana Hauptmann.
Heute sind es meist Hörbücher z.B. „Oblomow“, die mich immer wieder begleiten.


Lied?  
Love will tear us apart, Sour girl, Cherry blossom girl, White trash, Good bye horses

Musik? 
u.a. zur  Zeit gern Triphop, mag aber Stücke aus allen möglichen Genres, habe festgestellt, dass diese Stücke meist alle Euphorie und Melancholie kombinieren, gern auch mal bisschen dramatischer

Website?
https://amosmazzo.com

Serie? 
Starved, Roseanne, Spielhaus, Simpsons

Spiel? 
Activity

Entertainer*in? 
ist zwar eher hauptsächlich Musiker: Freddie Mercury

Oliver Schulz wirkt sympathisch.

John Peel.

Podcast?  
Hoaxilla
Psychotalk


Kleidungsstück?
Kapuze

Wort?
Plüsch

Sehnsuchtslandschaft?
Wald, Tundra, Strand

Was kann die Zeichnung nicht?
langweilig werden

Was kann sie? 
einfangen, untersuchen, reagieren, konservieren, ablenken, trösten, sprechen, einladen